Schule als kreatives Feld

Dritter Zugang: Schule als Kreatives Feld

 

In meinen Büchern „Die Individualisierungsfalle. Kreativität gibt es nur im Plural“ (1999) und „Ich bin gut – wir sind besser. Erfolgsmodelle kreativer Gruppen“ (2000) habe ich meine Theorie des Kreativen Feldes in Theorie und Praxis vorgestellt. Howard Gardner und Mihalyi  Csikszentmilhalyi kommen ja in ihren Forschungen zum Hintergrund herausragender Leistungen zu der Erkenntnis, dass der Ort der Kreativität bzw. der Leistung entscheidend ist.

Demnach ermöglichen es in besonderer Weise strukturierte personale, soziale und kulturelle Umgebungen, „Soziotope“, dass jemand zu Spitzenleistungen in der Lage ist. Ich bezeichne solche Umgebungen als „Kreative Felder“ und beschreibe anhand der Entwicklung der Musik der Comedian Harmonists, des Apple Personalcomputers und der Musik der Beatles wie solche Felder strukturiert sind. Malcom Gladwell (2009) hat jüngst am Beispiel der Pioniere der Computerbranche im Silicon Valley gezeigt, wie wichtig es ist, zur richtigen Zeit am richtigen Ort bzw. in der passenden Umgebung zu sein.

Der springende Punkt, den ich besonders herausgearbeitet habe, ist aber, dass all diese Leistungen nicht von überragend talentierten Genies entwickelt wurden, sondern Ausdruck gelungener Zusammenarbeit von sehr unterschiedlichen Persönlichkeiten sind, denen es gelang, ihre Unterschiedlichkeit produktiv zu wenden.

Ich habe das „Kreative Feld“ wie folgt definiert:

„Das Kreative Feld zeichnet sich durch den Zusammenschluss von Persönlichkeiten mit stark unterschiedlich ausgeprägten Fähigkeiten aus, die eine gemeinsam geteilte Vision verbindet: Zwei (oder mehr) unverwechselbare Egos, die sich trotz ihrer Verschiedenheit ihres gemeinsamen Grundes bewusst sind, versuchen in einem wechselseitigen Prozess ihr kreatives Potential in kreativer Konkurrenz gegenseitig hervorzulocken und zu erweitern. Die wesentlichen Elemente des kreativen Schaffens, nämlich die begabte Persönlichkeit, ein kreativer Schaffensprozess und das Produkt werden durch die Struktur des Feldes in besonderer Weise organisiert.“ (Burow 1999, S.123)

Bezogen auf die Entwicklung einer inklusiven Schule zeigt die Theorie des Kreativen Feldes konkrete Wege auf, wie es gelingen kann, Vielfalt als Grundlage für überragende Leistungen zu nutzen. Aus der Perspektive meiner Theorie besteht ein entscheidender Ansatzpunkt darin, neben der Herausarbeitung von individuellen Stärken der Schüler/innen, eine Synergieanalyse vorzunehmen, die es ermöglicht, passende Partner für die gemeinsame Erreichung erwünschter Ziele zu finden. In dieser Perspektive gilt es nicht vorrangig, Schwächen zu überwinden, sondern ganz im Gegenteil, die eigenen Stärken zu stärken und Partner zu finden, die die eigenen Schwächen ausgleichen können.

Steve Jobs, um ein Beispiel zu geben, war ein Visionär, der als einer der ersten das Potenzial des Personalcomputers erkannte. Doch er nahm kein Informatikstudium am MIT auf, sondern suchte und fand im Technikbastler Steven Woszniak einen kongenialen Partner, der das technische Knowhow hatte, um aus den Visionen Wirklichkeit werden zu lassen. Schlüsselkonzepte einer inklusiven Schule sind in dieser Perspektive die Förderung der Fähigkeit zum Dialog, zur Vision und Produkt- bzw. Zielorientierung, zur Nutzung von Vielfalt, zur Personenzentrierung, zur Einleitung von Synergieprozessen, zur Partizipation und zum Aufbau nachhaltiger Beziehungen.

Entscheidend ist hierbei die Fähigkeit zum Aushalten von Dissens in der kreativen Konkurrenz.

In unserem Buch „Ganztagsschule entwickeln: Von der Unterrichtsanstalt zum Kreativen Feld“ (Burow & Pauli 2006) haben wir diese Theorie auf die Praxis innovativer Schulentwicklung übertragen.

 

 
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